Milano Film Festival 2017

28.09.-08.10.2017
Ein Reisebericht von Alice Gruia (VERGEWALTIGT WIRD HIER KEINER)

Ich war mit meinem Kurzfilm für fünf Tage auf dem Milano Film Festival. Aus über 2000 Einreichungen wurde 41 ausgewählt, die dann jeweils in acht Gruppen zweimal gezeigt wurden. Bei der ersten Vorführung am Wochenende konnte ich nicht anwesend sein, habe aber erfahren, dass die sehr gut besucht war. Die zweite Vorführung war an einem späten Nachmittag unter der Woche und es waren nur ca. 30 Zuschauer da. Pro Block gab es immer einen Film, den ich gut fand. Das Festival geht zwar zehn Tage lang, aber das meiste scheint am Wochenende zu passieren und genau das habe ich leider verpasst. Da fangen die Filme auch schon tagsüber an. Unter der Woche geht es erst am frühen Abend los. Neben den 41 Kurzfilmen und den acht Langfilmen im Wettbewerb gibt es noch zahlreiche andere Sparten wie z.B. 360 Grad und Musikvideos. Es gab einige Panels und eine Fotoausstellung über Michelangelo Antonioni. Das Festival findet nicht mehr wie früher in einem Park im Zentrum und open-air statt, sondern in einem neu renovierten Fabrikgelände in einem aber immer noch zentralen Stadtviertel. Das Hauptzentrum ist das BASE, dann gibt es noch eine andere kulturelle Einrichtung namens MUDEC um die Ecke und zehn Minuten zu Fuß davon ein öffentliches, sehr gut besuchtes Kino, wo ein paar Langfilme laufen. Alle schwärmten mir vor, wie toll es noch vor zwei Jahren war. In diesem Jahr waren nur fünf Filmemacher aus dem Ausland anwesend. Aber selbst die kennenzulernen war erst am letzten Abend durch Eigeninitiative möglich. Ich hatte mir eine bessere Betreuung und Vernetzung durch die zahlreichen Mitarbeiter gewünscht. Der letzte Abend war aber dann umso schöner, ich habe dann auch mit einigen italienischen Regisseuren gesprochen und Emails samt Links zu Filmen ausgetauscht, und... viel getanzt - das ist nämlich ein weiterer Schwerpunkt des Festivals: die Parties mit samt der renommierten DJs, die dazu eingeladen werden. Ich bin froh, hingefahren zu sein, aber insgesamt hatte ich mir eine bessere Organisation erhofft und vor allem Programm für die Filmemacher untereinander.

www.milanofilmfestival.it