Festival Internacional de Cine Independiente de Cosquín 2017

03.-07.05.2017
Ein Reisebericht von Maya Connors (A NICE PLACE TO LEAVE)

Das Festival Internacional de Cine Independiente de Cosquín fand dieses Jahr zum 7. Mal in der Kleinstadt Cosquín, nahe Argentiniens zweitgrößter Stadt Córdoba, statt und ist eindeutig ein Festival, dessen Besuch sich lohnt.

Von Anfang an war bemerkenswert wie dieses kleine Festival mit wenig Geld und viel Herzblut des ganzen Teams auf die Beine gestellt wird. Da viele Besucher*innen und Filmemacher*innen aus Buenos Aires anreisen, wird vom Festival ein Bus organisiert, der über Nacht alle nach Cosquín bringt.

Die Stimmung ist sehr herzlich und familiär, so gab es am ersten Tag des Festivals nach einer Pressekonferenz ein Willkommensessen für alle bei der Mutter der Festivalleiterin Carla Briasco. Briasco lebt selbst in Cosquín und leitet das Festival von Anfang an. Künstlerischer Leiter des Festivals ist Roger Koza, der unter anderem die Sektion “Vitrina” beim Filmfest Hamburg und Programme beim FICUNAM in Mexiko kuratiert und international als Filmkritiker bekannt ist.

Das Filmprogramm war eine sehr interessante Mischung aus aktuellem argentinischen Kino und internationalen Produktionen mit einem großen Interesse für Experimentelles und offene Formen. Zusätzlich zu den Lang- und Kurzfilmwettbewerben gab es dieses Jahr eine Retrospektive des deutschen Filmemachers Julian Radlmeier, des Kolumbianers Camilo Restrepo und, anläßlich von 100 Jahren Oktoberrevolution, eine Retro sowjetischer Filme auf 35 mm (u.a. Oktober von Eisenstein).

Gespräche über Film sind wichtiger Bestandteil des Festivals. Zusätzlich zu den Q&As nach jedem Programm gibt es mehrere Panels zu aktuellem Kino und zur Filmkritik. Außerdem ist es durch die familiäre Atmosphäre sehr leicht, sich mit den anderen Filmemacher*innen und Besucher*innen auszutauschen. Es ist jedoch dabei sehr hilfreich etwas Spanisch zu können, da nicht immer alles übersetzt wird.

Auch die Kooperation vor Ort ist sehr groß. So wurden alle Gäste in Hotels in Cosquín untergebracht und es gab Essensvoucher für die meisten Restaurants und Cafés im Zentrum der Stadt. Aus der Cafeteria Europa wird täglich live eine Radio-Sendung zum Festival übertragen und auch in den sozialen Medien ist das Festivalteam sehr aktiv und vermittelt Eindrücke des Festivals auch außerhalb Cosquíns, beispielweise in diesem Video.

Nach Ende des Festivals sind wir noch nach Córdoba weiter gefahren, da Roger Koza auf Grund unseres Besuches noch einige Screenings von „66 KINOS“ von Philipp Hartmann und meinem Film im CineClub Municipal Hugo del Carril organisiert hatte.

Insgesamt kann ich das FICIC wirklich sehr empfehlen, besonders wegen des tollen Programms und der interessanten Kontakte die sich dort ergeben, sei es mit anderen Filmemacher*innen, Festivalmacher*innen oder den Menschen vor Ort.

www.ficic.com.ar