... barrierefrei

Personen sitzen im Kino und schauen auf die Leinwand. Eine Person trägt Kopfhörer.
© AG Kurzfilm/Greta Markurt

Kurzfilme für alle!
Die Zahl barrierefreier Kurzfilme wächst! Immer mehr Festivals und Kinos bieten barrierefreie Kurzfilm-Programme an. Das Ziel: Kurzfilme für alle Menschen zugänglich machen.

Was bedeutet Barrierefreiheit bei Kurzfilmen?
Ein barrierefreier Kurzfilm ist so gestaltet, dass er für möglichst viele Menschen nutzbar ist. Dabei kommen verschiedene Hilfsmittel zum Einsatz:

Audiodeskription (AD)
Bei einer Audiodeskription wird der Film in einen Hörfilm verwandelt. Professionelle Hörfilm-Autor*innen beschreiben Schauplätze, Mimik, Gestik und Kameraarbeit – alles, was wichtig ist und nicht durch Sprache vermittelt wird. Die Beschreibung ist in den Dialogpausen des Films zu hören.
Zielgruppe: Blinde und sehbehinderte Menschen.

Erweiterte Untertitel für Hörgeschädigte (SDH)
Diese Untertitel zeigen nicht nur den gesprochenen Text, sondern auch wichtige Geräusche oder Musikhinweise – zum Beispiel:
        [Tür schlägt zu]
        [Ruhige Musik]
Das hilft, die Stimmung des Films auch ohne Ton zu verstehen.
Zielgruppe: Menschen mit Hörbeeinträchtigung oder Schwerhörigkeit.

Einblendungen in Deutscher Gebärdensprache (DGS)
Für gehörlose Menschen ist die Deutsche Gebärdensprache oft die wichtigste oder einzige Sprache. Untertitel reichen hier nicht immer aus. Ideal ist die Kombination aus Untertiteln und einer DGS-Einblendung: In einem kleinen Fenster (meist rechts unten) übersetzt eine Person den Film in Gebärdensprache.
Zielgruppe: Gehörlose Menschen und DGS-Nutzer*innen.

Gut zu wissen
In der Regel sind barrierefreie Kurzfilm-Programme neben der Audiodeskription auch mit erweiterten Untertiteln für Hörgeschädigte ausgestattet, aus Kostengründen gibt es seltener Einblendungen in Deutscher Gebärdensprache.

Wo finde ich barrierefreie Kurzfilm-Angebote?
Barrierefreie Kurzfilmprogramme sind bei vielen Kurzfilmfestivals fester Bestandteil – zum Beispiel beim Filmfest Dresden oder bei den Kurzfilmtage Oberhausen. Darüber hinaus gibt es Festivals wie das KLAPPE AUF! in Hamburg, das vollständig barrierefrei gestaltet ist.
Auch der KURZFILMTAG bietet jedes Jahr barrierefreie Filmprogramme an, die deutschlandweit in der Woche rund um den 21. Dezember in Kinos und Kulturorten gezeigt werden können. Auf der Website sind die Termine und Veranstaltungsorte aufgeführt.

Außerdem führt die AG Kurzfilm in Kooperation mit der Kurzfilm Agentur Hamburg und Agnes Nuber ein Pilotprojekt im norddeutschen Raum durch: Kinos werden mit der Audiodeskriptions-App adOHRi vertraut gemacht, um mehr Teilhabe zu ermöglichen. Eine Liste der Kinos, in denen adOHRi zum Einsatz kommt, sowie weitere Informationen zur Nutzung und Funktionsweise der App finden sich hier.