EnergaCAMERIMAGE – THE INTERNATIONAL FILM FESTIVAL OF THE ART OF CINEMATOGRAPHY 2025

15.-22.11.2025

Ein Reisebericht von Lukas Treudler und Marvin Rizzo (Wie es war)

Unser Abschlussfilm Wie es war der Hamburg Media School wurde für die Film & Art School Etudes Competition des Internationalen Filmfestivals EnergaCAMERIMAGE nominiert. Wir hatten das Glück, vom 15. bis 22. November 2025 persönlich in Polen vor Ort sein zu können. Toruń ist eine schöne historische Stadt an der Weichsel, in der sich die Wege zwischen Kinos, Workshops und den Bars in der Altstadt fast selbstverständlich ergeben. Die Atmosphäre ist unmittelbar und offen, man begegnet sich ständig wieder, was den Austausch erleichtert und die Woche zu einer intensiven Arbeits- und Gesprächszeit macht.

Was Camerimage besonders auszeichnet, ist der Fokus auf die Filme und das Filmemachen selbst. Es ist ein echtes Branchenfestival. Man versteht schnell, warum auch international erfolgreiche DoPs Jahr für Jahr zurückkommen. Die Mischung aus fachlichem Austausch, Begegnungen auf Augenhöhe und einer konzentrierten, dennoch entspannten Atmosphäre ist einzigartig. In den Bars der Altstadt setzten sich die Gespräche aus den Workshops und Screenings fast nahtlos fort – über Cinematography und Lichtgestaltung, Workflows, Herangehensweisen an Figuren und Geschichte. Diese Community-Erfahrung war für uns besonders wertvoll.

Die Projektionen in allen Spielstätten waren technisch exzellent: scharf, kontrastreich, sehr guter Ton. Es ist spürbar, dass das Festival großen Wert auf Präsentation und technische Qualität legt. Der angeschlossene Festival-Market bot einen guten Überblick über aktuelle Kamerasysteme, Optiken und Zubehör verschiedener Hersteller, und die zahlreichen Workshops ermöglichten praxisnahe Einblicke sowie Gespräche mit erfahrenen DoPs, die konkrete Perspektiven aus ihrem Arbeitsalltag teilten.

Die Studierendensektion war sehr vielfältig und wurde genauso ernst genommen wie die Langfilme. Die Bandbreite reichte von sehr persönlichen, kleinen Filmen bis hin zu formal und technisch ambitionierten Arbeiten aus aller Welt. Unser Screening war sehr gut besucht, und die Reaktionen wie auch die Gespräche im Anschluss waren für uns ein wichtiger Bestandteil des Festivalaufenthalts, auch wenn der Studierendenwettbewerb leider keine Q&As beinhaltet.

In allen Sektionen liefen sehr starke Filme, die Kuration insbesondere der Kurzfilmblöcke empfanden wir als sehr gelungen. Besonders in Erinnerung blieb uns auch die Preisverleihung, bei der Judith Kaufmann für ihre beeindruckende Kameraarbeit in Heldin ausgezeichnet wurde. In ihrer Rede sprach sie auch kritisch über die Sichtbarkeit von Kamerafrauen in der Branche, ein Thema, das das Festival in den vergangenen Jahren begleitet hat.

Zum Schluss möchten wir uns bei der AG Kurzfilm und German Films für die Unterstützung unserer Reise bedanken. Camerimage war für uns eine intensive Woche voller Filme, Begegnungen, fachlicher Impulse und neuer Eindrücke - und einer der Orte, an dem man spürt, wie lebendig die Begeisterung für das Filmemachen ist.

 

camerimage.pl/

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