Curtas Vila do Conde 2025

12.07.-20.07.2025

Festivalbericht von Julia Skala (KAULQUAPPE)

Was macht eine tolle Festivalreise aus? Für mich: ein fein kuratiertes, starkes Filmprogramm, Gastfreundschaft seitens des Festivalteams, ganz viele Gelegenheiten zum Austausch mit anderen Filmschaffenden und/oder dem Publikum (auch durch abendliche Events und Partys außerhalb der Screenings) und, bestenfalls, ein schöner Veranstaltungsort.

Portugal ist wohl das Sinnbild eines schönen Veranstaltungsorts. Vila Do Conde, das Zuhause des CURTAS Festivals, liegt direkt bei Porto, mit der Bahn kommt man kostengünstig und schnell von A nach B (ca. 40 Minuten, 3,20€). Eine tolle Gelegenheit, um nach dem Flug oder vor der Heimreise noch Porto zu besichtigen. Die meisten Museen kann man hier bspw. kostenfrei besuchen. Ein besonderes Highlight als Animationsfilmemacher*in sind meiner Meinung nach die tollen Illustrationsgalerien, die es in Porto gibt; Ó! Galería und Circus Network. Solche Läden sucht man in den meisten großen Städten immer noch vergebens – doch hier in Porto, muss man nicht ohne neuen Kunstdruck wieder nach Hause reisen.

Im kleinen Vila Do Conde findet man sich schnell zurecht. Alles ist fußläufig erreichbar und die Festival Locations sind angenehm nah beieinander. Mit meinem Hotel, dem Hotel BRAZAO, hatte ich den absoluten Jackpot gezogen – ich finde, ihr dürft wirklich zu Recht Freudensprünge machen, wenn ihr hier ein Hotelzimmer vom Festival zugeteilt bekommt. Hübsche, gepflegte Zimmer und ein fantastisches Frühstücksbuffet, an dem man sich durch häppchenweise durch sämtliches portugiesisches Süß-Gebäck und Obst probieren kann. 

Am Festivalzentrum angekommen, heißt das Hospitality-Team die Gäste mit Akkreditierung, Goodiebag und Essensmarken willkommen, die in vielen verschiedenen lokalen Cafés und Restaurants gültig sind. Portugiesisch, koreanisch, Burger, viele Veggie-Optionen – hier ist für jeden etwas dabei. Schon vor dem Festival hatte das CURTAS-Team tatsächlich eine Google Maps Liste vorbereitet und geteilt, mit der man als Festivalgast auf sämtliche Festival Locations und Restaurant-Tipps zugreifen kann, ohne sie selbst einzeln markieren zu müssen.

Das Team vom CURTAS VILA DO CONDE investiert generell beeindruckend viel Mühe in die Kommunikation mit den Gästen vor dem Festival. Es gibt auch, begleitend zum Festival, eine Videolibrary mit den ausgewählten Kurzfilmen und eine eigene Festival-Plattform zum Netzwerken, wenn man alles rausholen möchte. Ich habe im Voraus so viele eMails mit spannenden Angeboten für Aktivitäten bekommen, dass es fast schwer war, den Überblick zu behalten und auf alles einzugehen. Von Einladungen zum Surfkurs, Fahrradtour mit Guide, Directors Lunch, Partys inkl. Shuttle oder Podiumsdiskussionen – hier wird einem wirklich so einiges geboten und als Festivalgast kann man stets kostenfrei daran teilnehmen, was ich wahnsinnig toll fand. (Ich weiß ja nicht, wie das bei euch so ist, aber mir hat bisher noch kein anderes Festival einen Surfkurs zahlen wollen.) Während ich selbst erst gegen Ende des Festivals angereist bin, vermute ich stark, dass es sich beim CURTAS VILA DO CONDE auch gut und leicht die ganze Woche lang aushalten lässt. Viele der tollen Angebote kamen durch das Timing leider diesmal für mich nicht in Frage. Einige andere schon!

Alle Filmemacher *innen, die zu Besuch sind, werden nämlich jeweils einmal (zusätzlich zu den Essensmarken) in einem Restaurant zu einem Mittagsmenü, einem Directors Lunch, eingeladen. Hierbei hat man die Gelegenheit, seine Tischnachbarn kennenzulernen, die zum Großteil Filme in anderen Wettbewerbsblöcken haben. Jeden Tag gibt es außerdem um 17:00 eine Happy Hour mit Freigetränken (Bier und Wein) und manchmal sogar Live-Musik. Hier kann man entweder neue Leute kennenlernen oder sich weiter ins Gespräch vertiefen, mit denen, die man bereits beim Directors Lunch kennengelernt hat, wie es bei mir der Fall war. Manchmal muss man nämlich erst nach Portugal reisen, um Animationsfilmschaffende aus anderen Teilen Deutschlands kennenzulernen. Ich freue mich sehr, dass ich so Adrian Jaffé, Marita Mayer und Alexander Isert beim CURTAS VILA DO CONDE kennenlernen konnte.

Wir alle hatten auch jeweils ein Q&A mit dem Kinderpublikum. In den Curtinhas-Reihen für Kinder liefen fast nur Animationsfilme, für jeweils verschiedene Altersgruppen je Block. Alle anderen Filmblöcke (alles Kurzfilm, dem Festivalnamen treu) sind sehr bunt gemischt: Animationsfilm, Dokumentarfilm und Spielfilm. Nach den abendlichen Screenings kann man den Abend entweder noch eine Weile in der schönen Café-Bar des Kinos genießen (die bis zu später Stunde auch Kaffee, Drinks und Häppchen verkauft) oder sich auf den Weg zu einer anderen Bar im Stadtzentrum machen, die der abendliche Treffpunkt des Festivals ist. Hier hat man in gemütlicher Atmosphäre – Outdoor und Indoor – noch einmal die Möglichkeit, andere Festivalgäste kennenzulernen.

Noch zwei Highlights zum Schluss: Die ungefähr zwölfköpfige Kinderjury verliest höchstpersönlich die Laudatios bei der Curtinhas-Preisverleihung - dabei sein lohnt sich also. Und ja, es gibt in Vila Do Conde einen schönen, fußläufig erreichbaren Strand!

Vor allem aber gibt es ein extrem bemühtes Festivalteam, tolle Filme und viele spannende neue Bekanntschaften.

 

Das war eine tolle Festivalreise. Auf nach Portugal!


https://www.festival.curtas.pt/

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