Black Nights Film Festival (PÖFF) 2025
07.–23.11.2025
Dank der Unterstützung der AG Kurzfilm und German Films hatte ich die Möglichkeit, zur Weltpremiere unseres Films BUT I NEVER ASKED nach Tallinn zu reisen. Der Film lief in der Sektion „New Talents Live-Action Competition" im Rahmen von PÖFF Shorts – dem Kurzfilmfestival, das als eigenständiges Subfestival ins Tallinn Black Nights Film Festival eingebettet ist und damit Teil eines A-Festivals ist.
Das Festival hat zwei Hotelübernachtungen übernommen, die Akkreditierung beinhaltete neben den Veranstaltungen von PÖFF Shorts auch die Teilnahme an den Screenings und Industry Events des Hauptfestivals.
Die Kommunikation im Vorfeld war ausgezeichnet: Ich erhielt umfassende Informationen über das Festival und die anstehenden Events und bekam einen Volunteer als Host zugeteilt, an den ich mich jederzeit wenden konnte. Über eine WhatsApp-Gruppe für alle Filmschaffenden gab es jeden Morgen ein Briefing mit den Tagesveranstaltungen – neben den vielfältigen Industry Events wurden auch Möglichkeiten angekündigt, die Stadt und andere Gäste kennenzulernen.
Da es mein erstes Mal in Tallinn war, habe ich diese Angebote sehr gerne angenommen: Am Morgen der Premiere nahm ich an einer Tour durch das Telliskivi-Quartier teil, das kreative Zentrum der Stadt. Ein schöner Einstieg, um erste Kontakte zu knüpfen und die Stadt zu erkunden.
Die Premiere fand am 13. November in einem kleinen Kino in einem Einkaufszentrum statt, etwa zehn Gehminuten vom Hotel entfernt. Der Saal war zu etwa 70% gefüllt. Besonders positiv war die Kuration des Filmblocks: Die Filme waren inhaltlich und in ihrer Reihenfolge sehr gut aufeinander abgestimmt und vielfältig. Im Anschluss gab es ein schönes Q&A mit allen anwesenden Filmschaffenden sowie spannenden Fragen aus dem Publikum. Es gab nur ein einziges Screening, was etwas schade war – umso schöner war, dass sich auch in den Folgetagen noch vertiefende Gespräche zum Film ergaben.
Das persönliche Highlight meines Aufenthalts war der Shorts Industry Shortcut am Freitag und Samstag. An diesen beiden Tagen gab es von morgens bis abends Panels, Lectures, One-to-One Meetings und Masterclasses. Hier konnte ich wertvolle Kontakte zu Festival-Programmern, Distributors, Sales-Agents knüpfen. Fantastisch war die Ausweitung des Programms am Abend: In einer Bar gab es weitere Speed-Datings und Spiele wie Bingo oder „Wer bin ich?", bei denen man die Kontakte vom Tag unkompliziert vertiefen konnte.
Die verbleibenden Festivaltage habe ich für das Hauptfestival genutzt, Filme aus dem Hauptprogramm angesehen sowie die Industry Events besucht. Auch hier gab es neben dem Film- und Industryprogramm viele Möglichkeiten, die Stadt und andere Filmschaffende kennenzulernen, z.B. Winter Swimming, Altstadtführung, Architecture Tour — das Angebot war sehr umfangreich und es waren viele internationale Gäste vor Ort.
Die beiden Haupthotels, in denen auch alle Industry Events stattfanden, lagen nur zwei Gehminuten voneinander entfernt, und auch die Kinos befanden sich in unmittelbarer Nähe. Das hat Begegnungen und spontanen Austausch enorm gefördert.
Ein sehr schöner Abschluss war der German Films Empfang an meinem letzten Abend. Hier hatte ich nochmals Gelegenheit, mit internationalen und deutschen Filmschaffenden ins Gespräch zu kommen.
Ich kann allen Filmemacher*innen eine Reise zum Black Nights Film Festival sehr empfehlen. Die Kombination aus starkem Industry-Programm, hervorragenden Networking-Möglichkeiten und dem herzlichen Rahmenprogramm macht das Festival zu einem wertvollen Treffpunkt. Die Reise hat sich sehr gelohnt und ich hoffe, mit zukünftigen Filmen wiederzukommen!