Gemeinsame 4. Kurzfilmwerkstatt von ARD, ZDF/arte und AG Kurzfilm:

Potenzial für den öffentlich-rechtlichen Rundfunk

18.11.2025

Eine Gruppe von Menschne stehen zusammen und gucken in die Kamera für ein Gruppenfoto.
Teilnehmer:innen der 4. Kurzfilmwerkstatt in Erfurt © MDR, Carsten Kayser

Am 13. November haben unter dem Titel Kreative Form, relevante Themen – Kurzfilme als Tool für eine vielfältige Programmgestaltung im öffentlich-rechtlichen Medienangebot knapp 30 Vertreter*innen von Sendeanstalten der ARD und ZDF/arte sowie aus der deutschen Filmbranche an der Kurzfilmwerkstatt teilgenommen. Konkret ging es um das Potenzial der kurzen Filmform unterschiedliche Zielgruppen anzusprechen und deren thematische Einbindung zu stärken – dies sowohl  On- wie auch Off-Air. Die Werkstatt wurde vom Mitteldeutschen Rundfunk (MDR) und dem Bundesverband Deutscher Kurzfilm (AG Kurzfilm) organisiert. Die vierte Ausgabe der Kurzfilmwerkstatt erfolgte zum ersten Mal in Erfurt auf dem Gelände des Landesfunkhauses Thüringen.

Seit 2018 findet die Kurzfilmwerkstatt in Kooperation mit dem MDR statt, um in unterschiedlichen Formaten und personellen Konstellationen die Sichtbarkeit des Kurzfilms im öffentlich-rechtlichen Medienangebot zu diskutieren und diese stetig zu verbessern. In diesem Herbst beteiligten sich Vertreterinnen und Vertreter aus Qualitäts- und Portfoliomanagement, Programmkoordination und Sendeleitung sowie diverse Redaktionen des MDR, BR, SWR, SR sowie ZDF/arte an der vierten Werkstatt-Edition. Auch waren Deutschlands relevantesten Verleihe/Vertriebe für den Kurzfilm vertreten, sowie Vertreterinnen und Vertreter aus der freien Filmszene, Kuration- und Filmvermittlung sowie Festivals, wie der Berlinale.

„Der Kurzfilm hat definitiv das Potenzial, eine breite Spannbreite an Zielgruppen zu erreichen. Deshalb ist er für das öffentlich-rechtliche Medienangebot auch so interessant. Die Werkstatt hat gezeigt, dass es vielfältige Möglichkeiten gibt, die kurze Filmform innerhalb des Angebote-Spektrums stärker mitzudenken,“ kommentiert Jana Cernik, Geschäftsführerin der AG Kurzfilm, die 4. Kurzfilmwerkstatt.

Gemeinsam wurde diskutiert sowie Vorschläge erarbeitet, wie der Kurzfilm deutlich sichtbarer in das öffentlich-rechtliche Programmportfolio eingebunden werden kann. Auch wurde konstatiert, welche Chancen sich für Sendeanstalten und Redaktionen ergeben, den Kurzfilm innerhalb der TV-Kernsendezeit und in Mediatheken zu platzieren und unter welche Bedingungen und Strukturen dies gelingen kann.

„Besonders freut es mich, dass die 4. Kurzfilmwerkstatt durch die erneute Unterstützung unseres Filmintendanten Ralf Ludwig, in Erfurt stattfinden konnte. Hier finden unter der Redaktion von Katrin Küchler zwei großartige Kurzfilmformate zusammen: ‚unicato‘ und ‚arte Kurzschluss‘, das der MDR seit diesem Jahr für arte zuliefert. Das eine Magazin mit Fokus auf den deutschen Kurzfilm, das andere mit europäischer Ausrichtung. Eine absolut passende Kombination! Und ein Ort mit großer Strahlkraft!“, konstatiert Dr. Astrid Plenk, Direktorin des Landesfunkhauses Thüringen.Ein gemeinsam erklärtes Ziel von AG Kurzfilm und MDR ist es, die Ergebnisse der 4. Kurzfilmwerkstatt 2025 im Prozess zu begleiten und weiter zu entwickeln. In zwei Jahren ist eine Fortsetzung der Werkstatt-Reihe geplant.

Am 20. November wird in Hamburg der Deutsche Kurzfilmpreis verliehen. Die wichtigste und höchstdotierte Auszeichnung für den Kurzfilm in Deutschland wird im November vom Staatsminister für Kultur und Medien Wolfram Weimer verliehen. Unter den nominierten Filmen in der Kategorie Spielfilm bis 15 min befindet sich in diesem Jahr auch „Spätsommer ´91“ von Olaf Held. Der in Leipzig lebende gebürtige Chemnitzer und Mitbegründer der Chemnitzer Filmwerkstatt, absolvierte ein Dramaturgie- und Drehbuch-Studium an der Hochschule für Film und Fernsehen „Konrad Wolf“ in Potsdam. Seit 2005 ist er freier Autor und Regisseur, hat über 15 Kurz- und Langfilme gemacht. Seit  2020 ist er für das Kurzfilmmagazin „unicato“ im MDR und seit 2025 Autor und Regisseur für das Kurzfilmmagazin „Kurzschluss“ bei arte tätig.